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Fachberatung Kita
Mach(t) mal halblang… Warum (sexualisierte) Gewalt in der Kinder- und Jugendarbeit kein Randthema sein sollte.
(Sorry. This content is only available in german language.)
Von Oktober bis Dezember 2024 hat QuerWege im Rahmen des Förderprogramms Start2Act der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ein Impulsprojekt zum Thema Schutz und Prävention von (sexualisierter) Gewalt mit dem Team des Jugendbildungs- und begegnungszentrums polaris in Jena gestaltet.
Die Chance sich mit Vereinen und Trägern der kulturellen Bildung zu vernetzen, Wissen zu vermitteln und zu teilen, in gemeinsame Lern- und Austauschprozesse zu gehen und gesellschaftliche Parteilichkeit zum Thema (sexualisierte) Gewalt zu übernehmen wollen wir als QuerWege ergreifen und ein vermeintliches Randthema in die Sichtbarkeit bringen/sichtbar machen.
Basis für Prävention: Sich der eigenen Machtposition bewusst werden & Kinder und Jugendliche als Expert*innen ansehen
Im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind es die Erwachsenen, die mit vielfältigen Methoden der kulturellen Bildung intensiv mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten und die Verantwortung für die Schaffung sicherer Orte übernehmen.
Dabei kommen wir in der Gestaltung von partizipativen und inklusiven Settings und präventiven Angeboten mit Kindern und Jugendlichen am Thema Macht und Adultismus nicht vorbei. Nur wer sich seiner Machtposition zunächst einmal bewusst ist, kann diese reflektieren und verantwortungsvoll einsetzen.
Um Prävention von (sexualisierter) Gewalt in der Arbeitskultur der eigenen Einrichtung zu etablieren und für Kinder und Jugendliche ein sicheres und unterstützendes Umfeld zu gestalten, ist es entscheidend, dass Erwachsene entsprechend sensibilisiert sind und das Thema auf die Bildfläche ihrer täglichen Arbeit bringen. Das bedeutet auch die eigenen Strukturen und die Organisation der Angebote entsprechend der Ziele zum Schutz vor sexualisierter Gewalt zu reflektieren und anzupassen.
Dafür ist es unabdingbar, Kinder und Jugendliche als Expert*innen ihres Lebensumfeldes aktiv und partizipativ einzubeziehen. Junge Menschen müssen, sollen und dürfen die Möglichkeit haben, sich Erfahrungsräume für ihre Stärken und ihre Einflussmöglichkeiten zu erschließen und zu gestalten und dadurch Selbstwirksamkeit wahrzunehmen und zu erfahren.
Wir wissen das dies ein gesellschaftlicher Lern- und Transformationsprozess für alle Beteiligten ist. Den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt sehen wir als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Rückblick: Unser gemeinsames Projekt
Mit einem Sensibilisierungsangebot im Rahmen von 2 Workshoptagen und einem anschließenden Reflexionstreffen hat sich das Team des polaris gemeinsam mit der Referentin Manja Fichtmüller auf den Weg gemacht, sich zum Thema Macht und Gewalt im Kontext der offenen Kinder- und Jugendarbeit auseinanderzusetzen, den eigenen Umgang mit Macht und gewaltvollem Handeln zu reflektieren sowie sich Wissen zu sexualisierter Gewalt anzueignen.
Dabei wurde der Fokus im ersten Workshop zunächst auf die Auseinandersetzung und Reflektion von Machtstrukturen, Adultismus, den eigenen Umgang mit Macht und gewaltvollem Handeln teils biografisch und im eigenen Arbeitskontext gerichtet.
Im zweiten Workshop konnte sich das Team Wissen zu sexualisierter Gewalt aneignen, in Diskussionsrunden und Gruppenarbeiten dazu austauschen und den Blick auch auf das Thema Sexualität im frühen (11–14 Jahre) und mittleren Jugendalter (15–17 Jahre) mit Einflussfaktoren sowie Lern- und Entwicklungsaufgaben von jungen Menschen richten.
In einem abschließenden Reflexionstreffen hat sich das Team zum Thema Prävention von sexualisierter Gewalt auseinandergesetzt, es wurde gesammelt welche Präventionsangebote schon vorhanden sind und welche weiteren Schritte notwendig sind, um Prävention von (sexualisierter) Gewalt in der Arbeitskultur der eigenen Einrichtung zu etablieren und für Kinder und Jugendliche ein sicheres und unterstützendes Umfeld zu gestalten.
Das Ziel des Impulsprojektes war es, Macht und Gewalt als Themen im eigenen Arbeitskontext sichtbar zu machen, aktiv aufzugreifen und Reflexion zur eigenen Haltung und zum verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Macht anzuregen.
Fazit und Ausblick
Alles in allem wurde die Auseinandersetzung zum Thema (sexualisierter) Gewalt sowie Schutz und Prävention im Rahmen dieses Impulsprojektes von den Mitarbeitenden des Polaris-Teams als gewinnbringend und unterstützend empfunden. Vor allem in Hinblick auf den eigenen Prozess zur Gestaltung eines Schutzkonzeptes und der weiteren Auseinandersetzung und Reflexion zum Thema.
Für das Team steht fest, das Thema Schutz und Prävention von (sexualisierter) Gewalt schrittweise konzeptionell zu integrieren und mittel- und langfristig die organisatorischen und strukturellen Angebote in der eigenen Einrichtung entsprechend anzupassen.
Wir sind auf der Suche nach interessierten Kooperationspartner*innen, die sich ermutigt und eingeladen fühlen das Thema sexualisierte Gewalt und Schutz vor sexualisierter Gewalt in den Blick zu nehmen und sich auf den Weg machen ein sicheres und unterstützendes Umfeld für alle Beteiligten zu schaffen, so dass Kinder und Jugendliche umfassend vor (sexualisierter) Gewalt geschützt sind.
Auch Interesse?
Das Förderprogramm »Start2Act« der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ermöglicht Trägern und Vereinen der Kulturellen Bildung Präventionsprojekte durchzuführen, um sichere Orte zu werden, in denen Kinder und Jugendliche umfassend vor (sexualisierter) Gewalt geschützt sind.
Unsere Fachberatung bietet unter anderem Sensibilisierungsangebote zum Thema Gewaltschutz an. Dafür sind wir auf der Suche nach interessierten Kooperationspartner*innen, die sich ermutigt und eingeladen fühlen dieses wichtige Thema in den Blick zu nehmen und sich auf den Weg machen ein sicheres und unterstützendes Umfeld für alle Beteiligten zu schaffen, so dass Kinder und Jugendliche umfassend vor (sexualisierter) Gewalt geschützt sind.
Ihr habt Lust, unsere Expertise für euch zu nutzen? Unsere Fachberatung macht sich gerne auf den Weg mit euch:
Fachberatung Kita
Burgauer Weg 1a
07745 Jena
Ansprechpartnerinnen: Anke Mamat und Manja Fichtmüller
Tel.: 03641 . 534 21 65
Fax: 03641 . 534 21 67
E-Mail: fachberatung@querwege.de
published on 24. February 2025